Anbei ein Auszug der Homepage des von Pater Sporschill gegründeten Vereins Concordia:
Die Straßenkinder befreien mich von der Scheu zu bitten und
machen mir Mut, direkt zu sein.
"Es war schon ein abenteuerlicher Beginn. Wenn ich nicht schon lange in Österreich in der Obdachlosenszene gearbeitet hätte, hätte ich mich wahrscheinlich zu Tode gefürchtet, denn diese Straßenkinder sind aufgrund ihrer Erfahrungen zum Teil auch gewalttätig und gefährlich."
In Vorarlberg aufgewachsen, begann der Jesuitenpater Georg Sporschill Anfang der Achzigerjahre in Wien Einrichtungen für Obdachlose und Projekte für Langzeitarbeitslose aufzubauen. In das Obdachlosenheim für Jugendliche in der Blindengasse zog er selber ein, um dort hautnah die Bedürfnisse der jungen Menschen am Rande der Gesellschaft kennenzulernen. 1991 ging er im Auftrag der Caritas nach Rumänien, um den Straßenkindern zu helfen.
"Die Straßenkinder machen mich erst zum dankbaren Priester, zum stolzen österreichischen und rumänischen Staatsbürger, zu einem Menschen, der seine behütete Familie zu schätzen weiß. Meine Lebensgeschichte beginnt vor diesem Horizont zu leuchten. Ich weiß, wie gut es mir geht und wie groß meine Berufung ist. Die Straßenkinder richten unseren Blick auf die guten Kräfte, die in jedem Menschen stecken. Die Straßenkinder befreien mich von der Scheu zu bitten und machen mir Mut, direkt zu sein. Freundschaft hat dieses Wunder bewirkt. Sie ist das größte Geschenk, das wir den Straßenkindern bringen können. Noch größer aber ist das Geschenk dieser Kinder an uns. Gerade von denen, die keine Familie kennen, empfangen wir Geborgenheit und tiefe Freundschaft. Die Hungrigen geben das Brot der Liebe. Jedes Kind auf der Straße drängt mich. Ich weiß heute, dass jeder Freund und jede Freundin ein Leben retten kann. Nach der biblischen Tradition gilt: "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt."