Geschichtliches

Der Vienna City Marathon hat sich mit Innovationen einen Namen gemacht und auch internationale Anerkennung gefunden. Streckenrekorde sind gefallen, Weltstars wie Moses Tanui haben gesiegt, der 100.000-te Marathonfinisher seit Bestehen des Rennens wurde im Ziel registriert und die Streckenführung mit Start auf der Reichsbrücke und Finish am Heldenplatz hat für viel Begeisterung gesorgt - der VCM ab dem Jahr 2000 im Zeitraffer:

2000 - Jahr der Rekorde
Er kam als "Hase" und ging als gefeierter Sieger. Willy Cheruiyot war als Pacemaker engagiert. Bis zum Schluss blieb er an der Seite des Rennfavoriten Simon Bor. Dieser zog den Zielsprint an und wähnte sich unter einer Fußgängerbrücke bereits im Ziel. Dabei waren noch 100 Meter zu laufen. Cheruiyot holte alles aus sich heraus und siegte im bisher knappsten Finish in der Geschichte des Vienna City Marathons mit neuem Streckenrekord. Mit seiner Marke von 2:08:48 Stunden war er um zwei Sekunden vor dem geschlagenen Simon Bor. Noch bemerkenswerter die Leistung bei den Frauen. Der Italienerin Maura Viceconte gelang ein Traumlauf, den sie in der Weltklassezeit von 2:23:47 Stunden beendete. Die "Gazetta dello Sport" widmete diesem Erfolgsrennen eine ganze Seite.
Erfolgreich auch die Entwicklung der Teilnehmerzahlen, über 1.000 Frauen erreichten das Marathonziel. Mit dem erstmals angebotenen SMS-Ergebnisservice gelang dem Vienna City Marathon erneut eine technologische Weltpremiere, die bei anderen Marathons erst Jahre später Schule machen sollte.

2001 - Das Bild, das den VCM prägte
Erstmals startete der Vienna City Marathon über die Reichsbrücke. Fast 25.000 Teilnehmer sammelten sich bei den verschiedenen Bewerben vor der UNO-City und überquerten anschließend die Donau - ein beeindruckendes Bild, das von nun an zu einem Herzstück des VCMs wurde. Sportlich gab es mit den Siegern Luis Novo (2:10:28) aus Portugal und der Estin Jane Salumae (2:29:47) zwei starke Auftritte. Michael Buchleitner war als Fünftplatzierter drauf und dran, den Österreichischen Rekord zu brechen, in 2:12:57 Stunden fehlten ihm schließlich 35 Sekunden.

2002 - Moses Tanui siegt
Moses Tanui, der mehrfache Weltmeister und Sieger beim Boston-Marathon, gewann den Vienna City Marathon. Mark Milde, der neue Eliteathleten-Koordinator aus Berlin, hatte den damals 37-jährige Marathonstar nach Wien geholt. Schon nach zwei Kilometern fier er deutlich hinter die Spitzengruppe zurück. Aber im Stil eines großen Champions spielte er zum Schluss all seine Stärken aus und feierte in 2:10:25 Stunden einen Marathontriumph, den nicht mehr viele erwartet hatten. Bei den Frauen schaffte Dagmar Rabensteiner etwas Einzigartiges. Die nunmehrige Rennärztin des VCM egalisierte an der dritten Stelle in 2:35:42 Stunden auf die Sekunde genau ihren eigenen Österreichischen Rekord.

2003 - Jubiläum am Heldenplatz
Der Vienna City Marathon feierte seine 20. Auflage - und kehrte zurück an den Anfang. Wie beim ersten Marathon im Jahr 1984 war das Ziel des Rennens wieder am Wiener Heldenplatz. Mit Joseph Chebet lief bei großer Hitze erneut ein internationaler Spitzenmann als Sieger ein. 10.503 Meldungen machten den VCM in diesem Jahr zum 7. größten Marathon in Europa und zum 14. größten weltweit. Insgesamt nahmen an allen fünf Bewerben 24.393 Läuferinnen und Läufer teil.

2004 - Der Rekord fällt
Wien ist wieder unter den Schnellsten: Dem Kenianer Samson Kandie gelang in 2:08:35 Stunden ein umjubelter Streckenrekord. Der VCM hatte damit in diesem Jahr die achtschnellste Marathon-Siegerzeit der Welt. Michael Buchleitner schaffte als bester Österreicher mit 2:12:58 Stunden in einem Herzschlagfinale um zwei Sekunden die Olympia-Qualifikation für Athen. Bei den Frauen lief die quirlige Italienerin Rosaria Console sogar Weltmeisterin Lidia Simon den Rang ab. Im Massenfeld erreicht der 100.000-te Marathon-Finisher seit 1984 das Ziel. Der Staffelmarathon hat sich bei seiner zehnten Auflage mit 1.500 4er-Teams zum weltweit größten Bewerb dieser Art entwickelt.

2005 - SMS-Zwischenzeiten und Marathonmusik
Der SMS-Ergebnisdienst wurde erweitert: Weltweit erstmals gab es in Echtzeit alle 5 Kilometer die Zwischenzeiten aufs Handy - besonders für die Zuschauer und Begleiter ein großes Plus. Die Prater Hauptallee wurde erstmals komplett mit einem eigenen Musikprogramm beschallt. Der Marathonsieg ging an einen Außenseiter, dem eine große sportliche Zukunft bevorstehen dürfte: Mubbarak Shami (ehemals Richard Yatich), ein für Qatar laufender Kenianer, zerlegte mit einem Antritt kurz nach halber Distanz das Feld der Asse und siegte bei seinem Marathondebüt überlegen in 2:12:20 Stunden. Im weiteren Lauf des Jahres wurde Shami Zweiter der Halbmarathon-WM und siegte beim Venedig-Marathon. Bei den Frauen schaffte es mit der Zweitplatzierten Eva Maria Gradwohl (2:39:44 Stunden) wieder eine Österreicherin aufs Podest. Der erstmals durchgeführte Halbmarathonbewerb im Rahmen des VCM endete mit einem Österreichischen Rekord von Susanne Pumper, die am Heldenplatz in 1:13:20 Stunden über ihren Sieg jubeln konnte.

2006 - Tag der Rekorde
Perfekte äußere Bedingungen, Mozart-Musik von den Wiener Philharmonikern an der Strecke und tolle sportliche Auftritte, die auch international für Aufsehen sorgten: der 23. Vienna City Marathon war ein Erfolg auf allen Linien. Dem Sieger Lahoucine Mrikik aus Marokko gelang in 2:08:20 Stunden ein neuer Streckenrekord. Bei den Frauen erreichte die Japanerin Tomo Morimoto die zweitschnellste Marke in der Geschichte des VCM. Mit ihrer Endzeit von 2:24:33 Stunden hat die erst 22-jährige Läuferin in ihrem zweiten Marathon ein enormes Potential angedeutet. Aus österreichischer Sicht zog das Marathondebüt der vielfachen Rekordhalterin Susanne Pumper das Interesse auf sich. Sie beendete ein sensationelles Rennen mit der neuen Österreichischen Rekordmarke von 2:32:21 Stunden an vierter Stelle und meinte: "Ich habe jeden Kilometer genossen!" Bei den Männern lief der Kärntner Roman Weger als Zehnter mit 2:16:23 Stunden ganz knapp an seine persönliche Bestleistung heran. Ein Sprintfinish Marke Hollywood brachte der Halbmarathonbewerb: Kate Allen, Olympiasiegerin 2004 im Triathlon, und Andrea Mayr, Europameisterin 2005 im Berglauf, waren das ganze Rennen über Seite an Seite - und so blieb es bis zum Zieleinlauf am Heldenplatz. Nur wenige Zentimeter gaben den Ausschlag zugunsten von Allen, beide wurden in 1:14:24 Stunden gewertet.

2007 – Von Wien zum Weltmeistertitel
Luke Kibet war bei seinem VCM-Start am 29. April einer von nicht wenigen kenianischen Läufern, denen man eine große Zukunft zutrauen durfte. In 2:10:07 Stunden setzte sich der 24-Jährige gegen ein starkes Feld durch. Vier Monate später zeigte er bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka, Japan, seine ganze Klasse und gewann die Goldmedaille vor einem weiteren VCM-Sieger, Mubarak Shami (QAT), der 2005 in Wien bei seinem Marathondebüt triumphiert hat. Im VCM-Frauenrennen feierte die Rumänin Luminita Talpos in 2:32:21 Stunden den Sieg. Österreichs Rekordhalterin Susanne Pumper hatte schwer zu kämpfen, konnte aber am Schluss in 2:37:55 Stunden über den dritten Platz jubeln. Roman Weger erreichte in 2:18:22 Stunden an 14. Stelle zum zweiten Mal als Top-Österreicher das Ziel. Mit insgesamt 26.279 Meldungen in sechs Bewerben gab es mehr Teilnehmer als je zuvor bei einer Laufveranstaltung in Österreich.